
Im Zweifelsfalle Mogwais härteste. - 2 Jahre nach dem allseits beachteten und gelobten Come on die young kamen Mogwai wieder hervor aus ihrer dunklen abgeschiedenen Kammer um den Hörer wieder auf eine Reise in seinen eigenen Kopf zu entführen und ihn,so sie wollen, ihn nach ,dieses mal nur 38, Minuten in den danach noch trauriger erscheinenden Alltag zu entlassen. Diese 5 schottischen Musiker setzten es sich zum Ziel serious rock music zu machen, ergo mit Rock-instrumenten möglichst nicht-Rockmusik zu komponieren und spielen. Eben diese faszinierend erfolgreiche Durchführung des ganzen macht sie zu einem der populärsten Vertreter des noch relativ jungen,aber gerade sehr aufblühenden Post-rock Genres. Wie schon der erste Song Sine wave andeutet, sind Mogwai eine Band für sich mit eigenen Gesetzen und Stilmitteln,die manchmal dogmatisch schmerzend eingehalten werden, scheinen sie es sich manchmal zum Ziel zu setzen Wenn s am schönsten ist, sollte man es sofort umkehren, so wird das unglaublich zerbrechliche Stück per Kratzen und übersteuerten Drums nach oben getrieben um dann langsam am Gehörhorizont mit einem Echo des verzerrten Gesangs unterzutauchen.Take me somewhere nice tut genau das was der Titel andeutet, dich auf eine Flugbahn mit den Streichern und der samtenen Stimme mitnehmen,dich immer wieder die Luft tief einatmen lassend,ungestört auf den Schwingen der einfachen Melodien die Mogwai ohne großartige Umschweife direkt präsentieren, dass es eigentlich ein Schlag ins Gesicht jedes ambitionierten Popmusikers ist,so einfach scheint das.Dial:Revenge, mit Gruff Rhys von den Super Furry Animals als Gastsänger ist das eingängigste beziehungsweise poppigste Stück auf der Platte, mal vom Text abgesehen, besteht der Refrain doch aus der kryptischen Zeile And every time I pick up the phone it says Revenge und wieder möchte man die Arme ausbreiten, die Musik umarmen und in sein Gehirn pressen möge man diese wunderbaren Momente die man damit verbindet immer richtig zuordnen können,seien sie nun passiert oder nur erträumt. Direkt danach das zentrale Glied der CD,und das komplette Gegenteil zu Dial:Revenge, das sind die alten Mogwai,die ihre Gitarren anschreien sie sollen noch mehr klirren und sich in geistiger Abstinenz vor die auf Lautstärke 12 gestellten Verstärker werfen und versuchen dem selbst beschworenen Sturm Herr zu werden,was ihnen aber nur mit Mühe und Not nach einem Trommelfell- und Emotions-maelstrom gelingt. Instrumente fliegen durch die Luft, Eis zerberstet, Fenster klirren,aber Mogwai sind da, sehen dich aus der Ferne, winken dir zu, kämpfen nochmals gegen die eigenen Lärmtriebe und können die Soundbestie zähmen, ja quasi zu einem Schlaflied bewegen.Nach dieser musikalischen Selbstritz-katharsis üben sich Mogwai wieder darin was sie am besten können, Nerds wie mich zum Luftschlagzeug auf dem Fahrrad bringen (2 rights make 1 wrong) und mit dem Pop-pinsel die schönsten Landschaften anno 2001 mit einem nicht protzigen Bombast des Arme-ausstreckens malen. Dieses Lied hat genau das was man von Post-rock im heutigen Sinne erwartet, ungewöhnlicher Aufbau(Chorus?), ungewöhnliche Instrumentierung (Banjo,hallo?) und ein unpassendes Ende( krrrzzrkrkkkzkrkzk). Es sind eben Mogwai,so einfach machen sie einem die Sache dann doch nicht,bloß weil sie dich nach oben werfen heisst das nicht dass sie dich auch wieder auffangen.Abgeschlossen wird mit Secret pint,lässt den Hörer zuerst in die polternde Drum-falltür tappen und ihn dann im freien Fall sein Streicherrequiem inklusive hypnotischer kenne ich doch? Wandergitarren-rutscherei fliegen. Jusqu ici tout va bien
Lang lebe Rock Action! - Neuerdings werden moderne britische Bands gerne mit Pink Floyd verglichen, sobald die Musiker nur gelernt haben, ihre Gitarren richtig zu halten. Bei Mogwai ist dieser Vergleich wenigstens nicht völlig aus der Luft gegriffen. Wie der Titel dieses Albums schon nahe legt, liegen Mogwais musikalische Wurzeln im Rock. Die Schotten haben jedoch einen völlig eigenständigen Stil entwickelt und legen ungebremste Experimentierfreude an den Tag. Beide Eigenschaften findet man in der heutigen Musikwelt nicht mehr oft.Man darf sich von Rock Action nicht blenden lassen: es überwiegen ruhige Stimmungen, wenngleich auch der ein oder andere heftige Klimax vertreten ist. Am Beginn der Scheibe erinnert Sine Wave bis zum Einsetzen des Synthesizers an A Warm Place der Nine Inch Nails. Danach folgt das bluesige Take Me Somewhere Nice: das ruhige, im für Mogwai typisch minimalistischen Stil vorgetragene Gitarrenspiel und Schlagzeug, die Streicher und die elektronischen Effekte im Hintergrund sowie die gehauchten Vocals hüllen den Hörer wie in eine Decke. Der Song wirkt weltabgewandt, melancholisch und tröstend zugleich. Im Anschluß wirkt das fragmentarische O I Sleep wie das Taumeln der Gedanken an der Grenze zwischen Wachen und Schlaf. Hitpotenzial beweisen Mogwai mit Dial: Revenge, einem ungeheuer eingängigen Song mit Folk- und keltisch-irischen Einflüssen. Der Gesang in der uralten walisischen Sprache harmoniert perfekt mit der Musik. Laut - richtig laut - wird es mit You Don`t Know Jesus. Die beschwörende Gitarre des Beginns peitscht mit einem für Mogwai typischen Spannungsverlauf eine ebenso überwältigende wie schöne Klangmauer auf. Die letzten Akkorde noch im Ohr, wird der Hörer dem rein elektronischen Robot Chant ausgesetzt. Dieses knapp einminütige Fragment wird schon durch seinen Titel exakt beschrieben - Robotergesang. Wer Mogwai vorwirft, dass ihre Werke nicht gerade vor Lebensfreude strotzen, der höre das Instrumental 2 Rights Make 1 Wrong, das neun Minuten lang ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubert. Während die ersten vier Minuten mit einem dominanten Schlagzeug und Bläsern reines Adrenalin pumpen, sorgt im Mittelteil eine ungewöhnliche Kombination von countrymäßigem Banjo und Keyboard für Stimmung, ehe der Song in einem schönen, gemischten Chor endet. 2 Rights Make 1 Wrong ist zweifellos einer der Höhepunkte dieses ausgezeichneten Albums und in Mogwais Repertoire. Mit gebremstem Schaum schließen Mogwai den Vorhang - das getragene Piano von Secret Pint verbreitet die Stimmung von Ende und Abschied. Rock Action, eine der besten LPs des Jahres 2001, ist bei allen Überraschungen und Experimenten auch Neuhörern zu empfehlen, die sich den Klangkosmos von Mogwai erschließen wollen. Die Scheibe ist um einiges leichter zugänglich als die direkten Vorgänger bzw. Nachfolger C.O.D.Y. und Happy Songs For Happy People.Einziges Manko ist die mit nur 38 Minuten etwas kurz geratene Spielzeit. Das im gleichen Jahr erschienene Instrumental My Father My King hätte sich auch auf Rock Action gut gemacht, da Stil und Qualität nahtlos anknüpfen.
Wohltuender Lärm, verstörende Ruhe - Nach ersten Berührungen mit Mogwai durch Come On Die Young hat mich diese Platte endgültig zum Fan von Mogwai gemacht. Eine wohltuende Pathetik in Zeiten von Selbstironie und Britney Spears. Elektronisches und analoges Instrumentarium harmonieren und erzeugen eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Mehr davon!!
Das ist keine CD, das ist ein Irrgarten!! - Man weiß nicht so recht, was man bei dieser Cd denken soll. Ist sie nun genial oder doch nur oberflächlich?Ganz lässt sich diese Frage sicherlich nicht beantworten, da muss schon jeder selbst enscheiden, was ihm gefällt und was nicht. Ich persönlich war begeistert, noch nie habe ich solch perfekt inszenierte Klangwelten erlebt, in die man hineingesogen wird und in denen man sich verlaufen kann. Manchmal hatte ich den Wunsch, nie mehr ausschalten zu müssen, so sehr war ich von diesen grandiosen, depressiven und melancholischen Klängen überwältigt.Wer Simian mag, sollte einen Blick riskieren, wer Fan von Radiohead ist, zugreigfen!
naja... - ... nicht ganz schlecht. aber auch nicht unbedingt riesig. ich hatte beim hören das gefühl, höhepunkte werden vornehmlich nur durch irgendwelche elektronischen klangverzerrungen erreicht. zum tages-chillout als schlafunterstützung ideal aber sonst... da finde ich tortoise(um mal eine band mit einem ähnlichem klangschema zu erwähnen)wesentlich spannender und experimenteller.